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FM Transmitter.

24. Mai 2008 by DonRobodroid

Mobile Navigationssysteme haben einen entscheidenden Nachteil:

Durch ihre zwangsläufig kleinen Ausmaße können keine leistungsfähigen Lautsprecher eingebaut werden, und das Zusammenspiel mit der bordeigenen Stereoanlage im Fahrzeug ist überhaupt nicht vorhanden.

Also wünscht sich der radiohörende Wegsuchende eine Verbindung, die diese beiden Probleme beseitigt. Die richtig teuren Navis haben sogar schon eine Lösung eingebaut, die diese Aufgabe lösen soll; allerdings wirft die Implementation durchaus die Frage auf, ob die Hersteller da noch völlig richtig im Kopf sind.

Denn anstatt ein einfaches Audio-Kabel, das man in den LineIn-Eingang seines Radios steckt, zu verwenden, haben sich die Großen der Branche einheitlich für eine Hightech-Lösung entschieden, deren Nutzen freilich zumindest strittig ist:

Ein eingebauter FM-Transmitter, soll heißen ein kleiner Radiosender, der die Ansagen des Navis durch den Äther jagt. Klingt zwar toll und liest sich auch ganz hervorragend in den Werbebeschreibungen, ist aber in der praktischen Anwendung vollkommen unbrauchbar. Denn der Sender ist innerhalb der Faradayschen Metallhülle des Autos angebracht, die Empfangsantenne des Radios jedoch außerhalb. Welchen Einfluss diese Tatsache auf die Empfangsqualität des Signals hat, müsste zwar nicht ausgeschrieben werden, soll aber an dieser Stelle dennoch getan sein:

Mi-se-ra-bel!

Auch der Umstand, dass sich die Sendefrequenzen der lokalen Radiostationen während einer Fahrt ständig ändern und die ehemals „freie“ Frequenz plötzlich durch einen starken Lokalsender belegt ist, trägt nicht dazu bei, Zufriedenheit beim Käufer aufkommen zu lassen: Ständig ist man damit beschäftigt, sowohl die Sendefrequenz des Navis als auch die Empfangsfrequenz des Radios an die neue Situation anzupassen; und weil man das natürlich nicht wegen der Fahrt tun kann und darf, muss dies erledigt werden, nachdem das Fahrzeug zum Stillstand gebracht wurde.

Völ-lig hirn-ris-sig!

Wieso sich eine solche, evolutionär zumindest herausgeforderte Lösung so breit durchsetzen konnte, ist ein Rätsel. Der eventuelle Vorteil, dass kein Kabel benötigt wird, ist völlig irrelevant, denn

  • auf ein weiteres Kabel kommt es wirklich nicht an – man hat ja schließlich schon ein Kabel für die Stromversorgung und ein weiteres für den Staumeldungsempfang im Autoinnenraum herum(f)liegen.
  • um den Empfang des schwachen Radiosignals überhaupt nutzbar zu machen, müsste man eine kleine Sendeantenne auf dem Autodach befestigen – die natürlich ebenfalls über ein Kabel mit dem Navigationsgerät verbunden wäre.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Lösung einzig und allein deshalb eingesetzt wird, um den drastisch höheren Preis der Topgeräte gegenüber den kleineren Ausführungen zu rechtfertigen – dies ist jedoch aufgrund der Impraktikabilität zu verurteilen.

Durch-ge-fal-len!

Fazit: Der FM Transmitter in Navigationsgeräten hat es in diesem Blog als erstes auf die Liste der Dinge, die die Welt nicht braucht, geschafft. Herzlichen Glückwunsch!


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