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Von den Gräueln des Alterns.

8. Mai 2008 by DonRobodroid

Einen zwar schon älteren, aber nichts destro Trotz (oder wie wird das jetzt richtig geschrieben?) nach wie vor aktuellen Artikel, den ich bereits woanders veröffentlicht hatte, möchte ich diesem Blog nicht vorenthalten:

I…..Vorwort
II….Hauptwort
III…Wohnort
IV….Machtwort
V…..Voldemort
VI….Nachgebohrt

I…..Vorwort

Nachdem sich unter der geneigten Leserschaft sehr viele Jungspunde tummeln, ist es an der Zeit, eben diesen ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg durch die Untiefen des Lebens zu geben – auf dass dem Grüngemüse vor Augen geführt wird, welche Prioritäten im Leben setzenswert sind und welche von vorne herein ausscheiden. Wer wäre nun besser für diese Aufgabe geeignet als ein alter Sack, der den Zenith seiner Jugend, Jugendlichkeit und Jungenhaftigkeit mittlerweile bereits weit überschritten hat und sich nunmehr jedes Jahr intensiver mit dem finalen Kistenhüpfer auseinandersetzt und dabei von den wenigen Flashbacks zehrt, die sein BSE-und/oder-Alzheimer-zerfressenes Gehirn noch an die Oberfläche des Bewusstseins emporsteigen lässt. Nun sitze ich also hier, im Herbst des Jahres 2001, und starre auf den weißen Bildschirm, den mir mein Textprogramm so kokett fordernd vor die Nase hält. „Füll mich!“ schreit mich die aus voll angestrahlten Farbtripeln bestehende Fläche an, „Mach mich schwarz!“Also gut. Frisch voran.

II….Hauptwort

Carpe diem!

Kein anderer Imperativ kann der Primärdirektive eines erfüllten Lebens gerechter werden als „Carpe diem – nutze/genieße den Tag“. Nicht die Ausübung von Macht, die Anwendung von Fiesheiten oder gar einen größeren Hmpfta als der Nachbar zu haben (der sogar noch bedeutend länger hält) soll euer Anbegehren sein. Weder das Blasen von Trübsal noch das Sinnieren über Ungerechtigkeiten oder gar das (Unt-)Ergehen in Selbstmitleid sollen euch leiten und lenken. Nein! Ihr müsst versuchen, die positiven Seiten des Lebens zu entdecken und auch folgerichtig in der Lage sein, euch im entstehenden Hochgefühl suhlen zu können. Und glaubt mir, es gibt auch in der drögesten Situation etwas, das einen Schlörbyrosanen Schimmer über die Lage composen kann. Ihr müsst es nur finden!

Hauptsache, ihr genießt eure Zeit.

III…Wohnort

Auch wenn viele jetzt ungläubig den Kopf schütteln mögen, aber es ist wahr: Sonnenlicht ist in den allermeisten Fällen NICHT tödlich, ja sogar lebensnotwendig, und Pflanzen sind Lebewesen, die durch ihre bloße Anwesenheit positive Schwingungen verbreiten können. Natürlich bedarf es ein wenig der Hege und Pflege, damit die armen Geschöpfe nicht jämmerlich und kläglich vernachlässigt eingehen, aber der Aufwand ist doch recht minimal und die meisten Blümchen/Sträucher/Bäume benötigen nicht einmal ein sorgsam zubereitetes Spezialfutter, sondern geben sich mit ein paar Schluck Wasser am Tag zufrieden. Und natürlich einer bestimmten Dosis an Sonnenlicht.

Und deshalb seid ihr verpflichtet, eure verdammten Rollos hochschnalzen zu lassen und zwischen die Stapel von CDs und Elektronikschrott („Hmm. Das Grafiktablett geht zwar nicht mehr, aber ich kann es doch nicht wegschmeißen!“) ein oder zwei rottönerne Erdgefäße zu stellen, in denen unsere kleinen grünen Freunde ihre Wurzeln eingegraben haben. Und nicht vergessen, sie und damit euch ab und zu durch eine kleine milde Spende von H2O zu beglücken.

Versucht einfach vom Glück, das der Natur innewohnt.

IV….Machtwort

Es gibt genau einskommanull Gründe, warum die Menschen im Allgemeinen, und damit auch ihr im Speziellen, über die Oberfläche unseres schönen Planeten wandeln dürfen: Kindermachen. An diesem Sinn und Ziel des Lebens rüttelt ebensowenig die Tatsache, dass der Mensch möglicherweise, wenn auch bei weitem noch nicht bewiesenermaßen, das einzige Lebewesen im Sektor Null des Alphaquadranten ist, das über sich selbst nachzudenken befähigt ist. Ihr dürft das niemals vergessen!

Der Weg zu einer erfolgreichen Brutproduktion ist hart und entbehrungsreich – das härteste Stück Arbeit liegt im Aufspüren der richtigen Treiberschicht, die ein reibungsloses Zusammenspiel von Hartware und Weichware ermöglicht. Vielleicht nutzt die Weichware die Hartware nicht effizient genug aus, vielleicht versteht die Hartware oft nicht, was die Weichware von ihr will, ja, manchmal mag es sogar zu überraschenden BSODs kommen, aber wenn ihr euch nur ein klitzekleines bisschen Mühe gebt, die jeweils andere Seite zu verstehen, dann kann es nach einem Reboot sofort wieder weitergehen.

Und lasst euch ruhig Zeit mit der Vervielfältigung. Wer sich gleich, nachdem er/sie den Klauen der Pflichtbildung entronnen ist, der Massenproduktion hingibt, hat zu wenig Zeit, sich in der Kunst des zweiten Kapitels zu üben. Erst wenn der enge Maßanzug des Lebens an den Knien und Ellbogen ein wenig ausgebeult ist, hat man die nötige Gelassenheit, der finalen Herausforderung kaltblütig ins Auge zu schauen.

Denn nichts ist nach einer Personenzahlaufstockung im Haushalt mehr so, wie es einmal war. Und das gilt ganz besonders im positiven Sinne. Man verabschiedet sich schweren Herzens von bis dahin liebgeglaubten Gewohnheiten – nur um festzustellen, dass das, was man im Gegenzug von den kleinen Rackern zurückerhält, um unzählige Größenordnungen GEIL!GEIL!GEIL!™er ist, als alles, was man vorher so angebetet hat.

Also, ihr lieben Leutz: macht hinne, macht Kinners!

V…..Voldemort

Voldemort ist der Obermegahyperbösewichtsschurke aus den Harry-Potter-Romanen und hat hier wohl nichts verloren.

Außer vielleicht, dass man Du-weißt-schon-wers lieber aus dem Weg gehen sollte.

Und dass egal, wieviele Selbstmordkommandos die einen Du-weißt-schon-wers auf den Weg schicken, um die anderen Du-weißt-schon-wers daran zu hindern, den ersten Du-weißt-schon-wers Atombomben auf die Köppe zu schmeißen, damit diese den zweiten Du-weißt-schon-wers nicht irgendwelche Selbstmordkommandos auf den Hals hetzen, das Leben weitergehen wird.

Irgendwie.

Muss.

VI….Nachgebohrt

Die Gräuel des Alterns?

[:-] Haupthaarausfall.
[:-] Stechende Schmerzen im Kopf, weil man jahrzehntelang unergonomische Bildwiederholraten verwendet hat.

[:-] Armhaarausfall.
[:-] Stechende Schmerzen in den Handgelenken, weil man jahrzehntelang unergonomische HIDs verwendet hat.

[:-] Rückenhaarausfall.
[:-] Stechende Schmerzen in der Rückengegend, weil man jahrzehntelang unergonomische Arbeitsplatzmöbel verwendet hat.

[:-] Schamhaarausfall.
[:-] Stechende Schmerzen beim Wasserlassen, weil die Prostata nach jahrzehntelangem unergonomischen Anschwellen nicht mehr abschwellen mag.

[:-] Afterhaarausfall.
[:-] Starke Schmerzen beim Farbigenabseilen, weil man durch jahrzehntelangen Gebrauch unergonomischen Toilettenpapiers Hämorrhoiden bekommen hat.

[:-] Brusthaarausfall.
[:-] Stechende Schmerzen in der Brust, weil man jahrzehntelang die Ausübung unergonomischer Sportarten vermieden, dafür aber jahrzehntelang dem Missbrauch unergonomischer Rauch- und Rauschwaren gefrönt hat.

Danach wird sich keiner sehnen.

© 2001 Volker „Don“ Uffelmann. All rights reserved.

In diesem Sinne: Party ON!!!


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