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Am Boden zerst… äh… versteckt.

13. März 2008 by DonRobodroid

Wer kennt das nicht?

Da bekommt man zum Geburtstag oder sonstigen Feier-/Traueranlässen eine Schachtel allerfeinster Pralinen geschenkt. Nach dem Öffnen der zumeist edel anmutenden Verpackung und dem Beiseiteräumen der aus wattiger Pappe bestehenden Innenauflage wird man mit dem Anblick eines mehr oder weniger bunten Sortiments kleiner, häufig aus Schokolade oder Schokoladederivaten bestehenden Fettzuckerklumpen konfrontiert.

So weit, so gut.

Doch was, wenn man nun wissen möchte, welche Geschmackskreation das mit spitzen Fingern (soll ja schließlich erst im Mund schmelzen) aus der Plastikmulde herausgeprokelte Leckerli eigentlich vertreten soll – und das BEVOR man es seinen Geschmackspapillen überantwortet? Jetzt ist guter Rat teuer, denn allzuoft sind die Beschreibungen der Pralinen nicht etwa in einem beiliegenden Flyer oder in die Innenseite des Schachteldeckels gedruckt – nein, sie befinden sich unten auf dem Schachtelboden!

Was ursprünglich gewiss als Informationsvorteil für den zahlungskräftigen Kunden gedacht war, erweist sich nun als Informationsnachteil für den alkaloidsüchtigen Konsumenten, denn dieser muss die geöffnete Schachtel vorsichtig einen guten halben Meter vom Tisch anheben, um unter der Verpackung die Übersicht erspechten zu können. Wenn man als Schokojunkie das vollbracht hat, ohne den Inhalt auszukippen, stellt sich schon gleich die Frage, ob man wirklich das Orangen-Marzipan-Trüffelteilchen zuerst verkosten möchte, oder nicht doch lieber das Macadamianuss-Nougat-Kisschen? Und war das jetzt das quaderförmige Dunkle mit den hellen Diagonalstreifen? Oder doch das muschelförmige Mittelbraune mit der Zuckerstaubkruste?

Neenee, liebe Pralinenhersteller – da habt ihr keinen Dienst an euren Kunden vollbracht. Am einfachsten wäre es wirklich, die Druckplatte für den Bodenaufdruck einfach noch mal in die Innenseite des Deckels zu pressen – meint ihr nicht auch?

Nachtrag: Ha! Das nenne ich mal eine kurze Turn-Around-Zeit! Kaum hat Yours Truly diesen Blogeintrag veröffentlicht und zum Pralinenschächtelchen gegriffen, um sich für die Mühen des Lästerns zu belohnen, schon fällt ein kleines Heftchen mit der so schmerzlich vermissten Übersicht auf den Tisch; schon hat ihm die Naschmittelindustrie, ohne Zweifel vom schlechten Gewissen getrieben, das Gewünschte in die Wohnung geschmuggelt…

Naja, um ehrlich zu sein: das hatte sich wohl irgendwie von unten an die Wattepappabdeckung gehaftet und eben erst gelöst. 

I stand corrected.


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